Edelstahlschornsteine für die Sanierung oder den Neubau

An vielen Häusern sind mittlerweile die meist schmalen und sehr beständigen Edelstahlschornsteine zu sehen. Sie können außen am Haus angebracht oder, etwa zur Sanierung, in den Kaminschacht im Haus eingezogen werden. Auch als zusätzlicher Rauchabzug, wenn etwa ein Kachelofen oder Kamin zusätzlich zur Heizung eingebaut wird, sind sie sehr gut geeignet.

Die verschiedenen Bauarten im Überblick

ein edelstahlkamin an einem einfamlilienhausDie Schornsteine gibt es in einwandiger und zweiwandiger Ausführung. Die einwandige Version ist gedacht für den Einsatz im Kaminschacht des Hauses. Wenn der vorhandene Kamin saniert werden muss, etwa weil er versottet ist, kann ein einwandiger Edelstahlkamin in den Schacht eingelassen und angeschlossen werden. Das Material ist feuchtebeständig und ermöglicht eine sehr gute Reinigung des Kamins. Auch sind die Rohre unempfindlich gegen Hitze, je nach Ausführung werden Temperaturen zwischen +400 °C und +600°C toleriert. Die glatte Oberfläche verzögert ein Festsetzen von Rußpartikeln.

Zweiwandige Schornsteine können außen am Haus angebracht werden. Um das Abzugsrohr liegt eine Isolierschicht. Diese sorgt dafür, dass die Hitze des Rauches erhalten bleibt und so ein guter Abzug gewährleistet wird. Das Außenrohr schließt den Kamin nach außen hin ab. Es ersetzt sozusagen den gemauerten Teil des Kamins, der auf vielen Dächern zu sehen ist.

Kamine für feste und flüssige Brennstoffe

Das Material bestimmt, für welche Brennstoffe der Schornstein geeignet ist. Grob gesagt gibt es Kamine für feste und flüssige Brennstoffe (dazu, gehört auch Gas). Bei der Verbrennung entstehen unterschiedliche Abgase, die sich vor allem in der Menge und der Zusammensetzung des Rußes voneinander unterscheiden. Hier ist der Ansprechpartner für das richtige Rohr der Kaminkehrer, der in vielen Fällen auch den neuen Kamin abnehmen muss, bevor dieser in Betrieb genommen wird.

Aufbau eines Edelstahlschornsteins

Die Bauelemente aller Ausführungen ähneln sich. Zur leichteren Montage sind sie in Modulen aufgebaut, die sich wie folgt zusammensetzen:

ein t-stück mit 45 grad aufsatz

  • Bodenplatte oder Grundplatte bei Wandmontage mit Kondensatabfluss
  • Reinigungsbereich mit Tür
  • T-Stück 90° für den Schornsteinanschluss
  • falls nötig, Übergangselement für die Verlängerung des T-Stücks
  • Kesselanschlussstück
  • Wandrossetten
  • Rohrelemente mit einem halben oder einem Meter Länge
  • Endstück am oberen Ende, der Mündungsabschluss

einfaches t-stück

Das Montagematerial ist ebenfalls dabei. Die Rohrelemente dürfen bei Bedarf gekürzt und die Anschlussöffnungen dürfen aufgestemmt werden. Ansonsten darf an den Modulen nichts verändert werden.

 

Beachten Sie die Feuerverordnung

Was Abstände und Isolierungen angeht, so sind die Normen der Feuerverordnung (FeuVO) strikt einzuhalten. Auch ist in vielen Gemeinden das Einholen einer Baugenehmigung erforderlich, wenn am Kamin etwas geändert wird. Hier berät ebenfalls der Kaminkehrer.

Vor- und Nachteile eines Edelstahlschornsteins

edelstahlschornstein wird durch dach geführtKorrosionsbeständigkeit, gute und einfache Reinigung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten sind die offensichtlichen Vorteile dieser Kaminbauart. Dazu kommt, dass eine hohe Dichtigkeit erzielt werden kann und die Gefahr, dass mit der Zeit im Kaminrohr Schäden entstehen, nahezu ausgeschlossen werden kann. Das Modulsystem lässt sich gut warten, und wenn etwas beschädigt ist, muss nur das Modul und nicht der ganze Kamin ausgetauscht werden. Bei Innenrohren für einen gemauerten Kamin ist die Wahrscheinlichkeit, das sich Vögel einnisten nahezu ausgeschlossen, aufgrund der glatten Wände. Es kommt, ebenfalls wegen der glatten Wände, seltener zur Verstopfung des Kamins und die Korrosionsbeständigkeit verhindert Versottung.

Nachteile ergeben sich aus den Materialeigenschaften. Wenn etwa beim Inneneinbau der Kaminschacht nicht absolut gerade ist, kann ein Edelstahlrohr nicht ohne Weiteres eingesetzt werden, da es nicht über die nötige Flexibilität verfügt. Außen angebracht hat ein Edelstahlkamin erheblichen Einfluss auf den Gesamteindruck des Hauses. Wenn also etwa das Siedlungsbild geschützt ist und dort solche Kamine nicht verbaut wurden, kann es Schwierigkeiten mit der Genehmigung geben. Gleiches gilt für alte Gebäude, die oftmals denkmalgeschützt sind. Beim Außenanbau muss überlegt werden, ob der Kamin am Dach vorbei geführt wird, oder ein Durchbruch nötig ist. So sind unter Umständen weitere bauliche Maßnahmen nötig.

Verschiedene Kamine für verschiedene Öfen

Wenn ein Innenrohr gelegt wird, also etwa bei einer Sanierung des Kamins, ist meist die Auswahl bereits vorbestimmt durch die vorhandene Heizung. Grundsätzlich sind Edelstahlkamine für folgende Feuerstätten geeignet:

  • Gas- oder Ölheizung ohne Brennwerttechnik
  • Pelletöfen
  • Kamine und Kachelöfen
  • Gas- oder Ölheizungen mit Brennwerttechnik
  • Holzzentralheizung
  • Pizzaöfen

Vor dem Kauf sollte also geklärt sein, welche Feuerstätte am Kamin hängt. Der Fachhandel berät dann in der Frage, welcher Kamin der Richtige ist. Je nach Legierung des Innenrohres ist mehr oder minder große Beständigkeit gegen Rußbrand gegeben. Wenn die Abgase mit relativ niedriger Temperatur austreten, wie etwa bei Brennwertöfen, muss ein guter Abzug durch geeignete Bauweise gewährleistet werden.

Selbstaufbau ist möglich

Es gibt Edelstahlkaminsysteme, die für den Selbstaufbau geeignet sind. Wird ein Innenrohr in einen gemauerten Kamin gelegt, so muss zunächst das alte Rohr herausgezogen werden. Dann wird an einem Seil das Neue eingelassen.

Bei der Außenmontage wird zunächst die Grundplatte befestigt. Dann wird der Reinigungsbereich aufgesteckt. Anschließend werden die Rohrelemente bis zur gewünschten Höhe angebracht und mit Schellen fest verbunden. Wandhalterungen und ein Haltefuß, meist an der Hauswand, geben die nötige Stabilität. Zuletzt wird der Mündungsabschluss aufgesetzt und der Anschluss an die Feuerstätte erfolgt. Viele Anbieter von Selbstbausätzen bieten Unterstützung per Hotline oder Internet beim Aufbau. Handwerksbetriebe bieten ebenfalls Unterstützung, oder aber den professionellen und sicheren Aufbau des Kamins an. In den allermeisten Fällen muss spätestens jetzt der Kaminkehrer gerufen werden. Er überprüft den Kamin auf Dichtigkeit und auf Konformität mit der Feuerverordnung, ehe er in Betrieb genommen werden darf.

Die Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit sind klare Argumente für einen Edelstahlkamin. Ebenso, dass diese Systeme für nahezu alle Feuerstätten geeignet sind.